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Rhetorische Frage: Das steckt dahinter

So ungefähr wissen wir alle, was eine rhetorische Frage ist. Aber den meisten von uns ist doch nur in gewissem Maße klar, was diese Art der Frage wirklich für eine Macht hat. Auch wo wir diese Frage einsetzen und wie wir diese nutzen können, wollen wir genauer beleuchten.

Daher haben wir entschieden, eigens einen Beitrag über die rhetorische Frage zu erstellen. Wir wollen die Fragen klären, was die rhetorische Frage ist und wie man die rhetorische Frage korrekt anwendet.

All das und noch viel mehr, schauen wir uns genauer an. Sei gespannt auf die Einblicke, in diese spannende Art der Fragen.

Was ist eine rhetorische Frage?

Achtung, jetzt wird es etwas verwirrend, aber keine Sorge, sobald wir dir die Beispiele aufzeigen, ist die Verwirrung schnell weg.

Die rhetorische Frage ist per se keine Frage im eigentlichen Stil. Es handelt sich eher um ein Stilmittel der Rhetorik. Genauer gesagt ist die rhetorische Frage, semantisch betrachtet, viel näher an der Behauptung, als an der Frage.

Damit ist gemeint, dass wir mit diesem Fragentyp unserer zuvor aufgestellten Behauptung mehr Gewicht verleihen wollen.

Wir passen dazu meist die Betonung spezieller Worte innerhalb der Frage an und erwarten tatsächlich keine Antwort auf die Frage.

Wie gesagt, das klingt jetzt alles etwas komplex, aber lies weiter, wir lösen das gleich auf.

Beispiele zur rhetorischen Frage

Nun aber Butter bei die Fische – die Beispiele zeigen dir, was wir meinen. Die Erklärung dazu kommt natürlich auch noch.

Achte bei den Beispielen auf die kursiv geschrieben Worte. Hierauf liegt bei diesem Satz die Betonung. Unter den Sätzen findest du jeweils eine Erklärung oder Ausführung, was wir damit meinen. Oder auch, was der Satz bedeuten soll und in welcher Situation er genutzt werden kann.

Beispiele rhetorische Frage

Hab ich´s dir nicht gesagt?“

Kann die Mutter zum Kind sagen, wenn sie vorher mehrfach gesagt hat, dass die Herdplatte heiß ist, das Kind aber trotzdem mit der Hand darauf fasst und sich verbrennt. Es gibt genau für diesen Satz unglaublich viele andere Beispiele. Dieses Mutter-Kind-Beispiel ist aber eines, dass wir sicherlich alle irgendwoher kennen. 😉

„Du sagst mir täglich, dass du abnehmen willst. Solltest du daher wirklich den halben Kuchen essen?“

Dies könnte jemand von seinem Partner/seiner Partnerin gesagt bekommen, wenn der vorgestellte Satz tatsächlich täglich ausgesprochen wird. Derjenige meint es ja nur gut mit dem Schleckermäulchen, aber wer sich einen halben Kuchen einverleibt, muss eben auch mit den Konsequenzen rechnen.

Hast du sie noch alle?“

Naja, dazu haben wir kein einzelnes Beispiel. Wir sind uns aber sicher, dass du dir hier selbst einige Beispiele aus deinen Erfahrungen in Erinnerung rufen kannst.

Muss das sein?“

Auch hier gibt es unglaublich viele Beispiele, wie man diese rhetorische Frage mit einem Beispiel erklären kann. Es kann das Schulkind sein, dass mehrfach gesagt hat, es will die Hausaufgaben nicht machen. Oder auch jemand der seinem Personal Trainer diese Frage stellt, nachdem doch schon 100 Liegestütze gemacht wurden und mehr verlangt wird.

„Glaubst du ich wollte das?“

Vom missglückten Pfannkuchenwenden nur mit Hilfe der Pfanne bis hin zu schlimmeren, lässt sich diese rhetorische Frage gebrauchen.


All diese Beispiele haben eines gemeinsam: Die Frage erwartet keine Antwort, denn wir alle kennen die Antwort. Daher fällt es uns auch immer so schwer darauf eine Antwort zu finden. Genau darauf gehen wir jetzt ein.

Eine Frage ohne Antwort

Wir haben es nun schon an diversen Stellen erwähnt, diese Frage bedarf nach keiner Antwort. Trotzdem versuchen wir dem Fragesteller auch auf eine rhetorische Frage zu antworten.

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Warum wir auf eine rhetorische Frage antworten, naja, das schauen wir einfach genauer an.

Fragen ohne Antwort

Tatsächlich müssen wir hier mal wieder aus dem Nähkästchen plaudern und uns selbst outen. Wenn wir ganz ehrlich sind, schauen wir eher verlegen zur Seite oder auf den Boden und murmeln etwas, als etwas sinnvolles von uns zu geben, wenn uns jemand mit der rhetorischen Frage konfrontiert.

Und wenn wir noch ehrlicher sein wollen, murmeln wir bei vielen rhetorischen Fragen irgendeine Art von Entschuldigung. Keine Konter, keine hochtrabende Offenlegung von Beweisen für das Gegenteil oder dergleichen.

Einfach nur eine Entschuldigung, denn meistens bleibt uns da nichts anderes übrig 😀

Das muss natürlich bei dir nicht so sein. Wir wollen dir damit jedoch aufzeigen, dass diese Art der Frage per se keine Antwort braucht. Trotzdem wollen wir wohl jede Frage versuchen zu beantworten, fühlen uns bei der rhetorischen Frage aber eher ertappt oder einfach nur unwohl. Je nach Situation kann das ebenso variieren wie die Fragestellung.

Beobachte dich einmal selbst, wenn dir jemand eine rhetorische Frage stellt oder du jemandem diese Frage stellst.

Wenn du eine andere Meinung dazu hast, dann schreib uns gerne eine E-Mail oder kontaktiere uns über Facebook und Instagram. Dann können wir dein Beispiel hier gerne aufnehmen.

Wie erkennt man eine rhetorische Frage?

Um uns deine Erfahrungen mitzuteilen, musst du natürlich wissen, wie man eine rhetorische Frage erkennt. Das wollen wir dir in den folgenden Zeilen aufzeigen.

Wie erkennt man eine rhetorische Frage?

Es ist meistens recht einfach diese zu erkennen. Es ergibt sich aus dem Kontext der Unterhaltung oder allgemein der Konversation. Egal ob es sich um ein Gespräch, WhatsApp Nachrichten oder sonst etwas handelt.

Lass uns hier ein kleines Beispiel aufgreifen, das oben schon erläutert wurde: „Hab ich´s dir nicht gesagt?“ (Randbemerkung: Wie oft hast du diese Frage gestellt bekommen oder wie oft bekommst du sie immer noch? Wir hören sie immer noch ständig 😀 )

Die Mutter und ihr Kind diskutieren seit Minuten, dass die Herdplatte zu heiß sei um jetzt darauf zu fassen. Immer wieder ermahnt die Mutter das Kind, die Herdplatte nicht anzufassen und die Finger dort wegzunehmen. Einen Augenblick später fasst das Kind auf die Herdplatte und verbrennt sich leicht die Fingerchen.

„Hab ich´s dir nicht gesagt?“

Klar, die Mutter hat es immer wieder gesagt. Dann kam die Handlung und gefolgt die rhetorische Frage um das zuvor Gesagte zu bestätigen. Könnte sich dahinter ein Schema verbergen?

Die Handlung muss aber nicht immer vor der rhetorischen Frage stehen. Denn das kommt ganz drauf an, um was es gerade geht.

„Du musst lernen für die Prüfung morgen!“ „Ich will aber nicht aufhören zu zocken!“ „Dann wirst du eben durchfallen und die Klasse wiederholen müssen. Willst du das etwa? Die Klasse wiederholen müssen und alles nochmal machen?“

Kommt dir das auch so bekannt vor? Wir haben gerade die Vermutung, dass wir die rhetorische Frage sehr häufig von unseren Eltern gehört haben. Zufall? 😉

Wer stellt rhetorische Fragen? Wo findet man rhetorische Fragen?

Hier ist die Antwort recht schnell gefunden: Überall. Egal wer sich unterhält und wer derjenige gegenüber ist, eine rhetorische Frage kann immer und überall auftauchen.

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Seien es die Eltern zu den Kindern, die Kinder zu den Eltern. Die Eltern zueinander, dein Chef, dein Bäcker und dein Barkeeper. Alle können und werden dir in diversen Situationen die rhetorische Frage stellen.

„Solltest du wirklich noch das Getränk trinken?“

„Wollen Sie wirklich kein Stück Käsekuchen zum halben Preis?“

„Sagte ich Ihnen nicht in der letzten Besprechung, ich will den Bericht von Ihnen heute fertig auf dem Tisch haben?“

Egal wo wir mit anderen Menschen interagieren, diese Fragenart begegnet uns.

Apropos, man kann auch gezielt damit Arbeiten.

Die rhetorische Frage als Stilmittel

In der Rhetorik geht es, grob gesagt darum, mit Worten die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Natürlich geht es noch um so viel mehr, aber in diesem Fall wollen wir uns auf diesen einen Aspekt des Aufbaus einer rhetorischen Rede fokussieren.

Also, kann man die rhetorische Frage als Stilmittel verwenden? Aber klar doch. Sie wird sogar sehr häufig benutzt um den Zuhörern eine gewählte Ansicht „schmackhafter“ zu machen. Die eigenen Ansichten passgenauer zu verkaufen und von der anderen Seite abzulenken.

Das geht sehr gut, wenn man sich Wahlkampfreden aus den USA ansieht. Denn da gibt es nur zwei relevante Seiten – die Republikaner und die Demokraten. Bei den Wahlkampfreden geht es immer wieder darum, die Anderen schlechter darzustellen.

Daher spricht ein Kandidat vor seiner Wählergemeinschaft auch davon „…dass wollt ihr doch nicht oder?“. Solltest du politisch interessiert sein, schau dir Wahlkampfreden an, da kommt es immer wieder vor. Achte aber darauf, dass die Rede vor Wählern gehalten wird. Bei Reden in einem Parlament werden andere rhetorische Stilmittel häufiger verwendet.

Alternativ findest du auch in Diskussionsrunden mit Teilnehmern aus unterschiedlichen „Lagern“ immer wieder genau diese Art der rhetorischen Frage. Betrachtest du solche Diskussionsrunden auch mit einer rhetorischen Sichtweise, fallen dir noch viel mehr Stilmittel auf, die immer wieder eingesetzt werden.

So wird aus einem langweiligen Talk über ein Thema, das wirklich keine zehn Leute auf der Welt spannend finden, ein lustiger Zeitvertreib: Stilmittel finden

DIE rhetorische Frage schlechthin?

Kurzum, die Frage lautet „Wie geht es dir?“

Kann genau diese Frage, die wir tagtäglich mehrfach hören und auch mehrfach selbst stellen eine rhetorische Frage sein? Wir sagen ja, das kann sie.

wie gehts dir

Warum wir das glauben, lässt sich auch schnell erklären. Die meisten Fragesteller wollen die offene und ehrliche Antwort gar nicht hören und nutzen diese Frage eher als Floskel. Wiederum kann die Frage aber auch in einer Situation gestellt werden, in der derjenige gegenüber genau sieht, wie es uns selbst geht.

Stell dir vor du sitzt mit tränengefülltem Gesicht da und jemand fragt dich „Hey, wie geht´s dir?“ Klar, dass du sagst, alles sei in Ordnung. Das ist aber nicht die offene und ehrliche Antwort, die du vielleicht wirklich geben willst.

Es ist eine Antwort, aber keine wirklich sinnvolle. Auch dein Gegenüber weiß das.

Daher sehen wir genau diese alltägliche Frage eher als rhetorische Frage oder auch Floskel an.

Wer wirklich wissen will, wie es dir tatsächlich geht, stellt dir andere Fragen. Meist weißt du aber auch selbst sehr genau, wer eine ehrliche Antwort auf diese Frage verdient hat und wen du selbst nur mit der Floskelantwort „Gut und dir?“ abspeist.

Fazit zur rhetorischen Frage

Der Beitrag wurde dann doch etwas ausführlicher, als wir das selbst erwartet haben. Wir hoffen, dass er dir geholfen hat, die rhetorische Frage besser zu deuten und ihren Einsatzzweck zu verstehen.

Wir haben erfahren, dass die rhetorische Frage eher ein Stilmittel, als eine tatsächliche Frage ist. Es wird keine Antwort auf diese Fragenart erwartet und wenn man sie beantwortet, ist eher ein komisches Gefühl damit verbunden. Die Antworten ähneln häufig einer Entschuldigung oder auch Floskel.

Daher sollte die rhetorische Frage immer als das angesehen was sie ist – ein Stilmittel um die eigene Aussage zu bestärken oder bestätigt zu wissen.

Jeder kann die rhetorische Frage anwenden und einsetzen. Wir müssen nur immer darauf achten, was damit bestärkt oder bestätigt werden soll.

Dabei sind wir sicher, dass du nun einen guten Einblick bekommen hast und wünschen dir viel Spaß mit diesem Wissen.