Mindset

Was ist Mindset? Oder: Wie beeinflusse ich meine Glaubenssätze?

Der Begriff Mindset ist eine Kombination der beiden englischen Begriffe Mind (Geist) und Set (festigen). Wie so häufig lässt sich solch ein mächtiger Begriff aber nicht so einfach definieren. Daher gibt es bei der Definition zu Mindset eine Überzahl an Übersetzungen, Definitionen und Ansichten.

Wir bei Persönlichkeit-Stärken sehen den Begriff Mindset als bestehende Glaubenssätze an, die unser tägliches Tun/Denken/Handeln beeinflussen. Es ist daher nicht immer einfach, den englischen Begriff so zu definieren, dass er für jeden eine allgemein gültige Wertigkeit besitzt.

Damit haben wir auch schon genau das Thema getroffen. Denn jeder hat andere Glaubenssätze und Vorprägungen, die diesem Begriff eine solche Fülle an Interpretationsmöglichkeiten bietet.

Halten wir daher einfach daran fest, dass wir Mindset als Glaubenssätze oder Vorprägungen definieren.

Was sind denn nun solche Glaubenssätze?

Tatsächlich müssen wir, bevor wir auf die Glaubenssätze zu sprechen kommen, erst noch über Vorprägungen sprechen. Sobald wir auf diese Welt kommen, werden wir durch unser Umfeld geprägt und nehmen diese Prägung als Vorprägung und später als bewussten Glaubenssatz an.

Das beginnt schon durch die Art wie wir als Kleinkinder, Kinder und Jugendliche erzogen werden. Unsere Familie prägt uns von Beginn an. Für Kinder, vorallem Kleinkinder, besteht das Universium nur aus den eigenen Eltern! Etwas anderes gibt es für Kinder nicht. Erst nach und nach kommen weitere Bezugspersonen und Einflüsse hinzu.

Zu Beginn unseres Lebens sind wir aber, im Normalfall, ständig umgeben von unseren Eltern. Egal was die Eltern sagen, ob es das Kind verbal versteht oder nicht, das was die Eltern sagen ist gesetzt. Somit haben Eltern und das direkte Umfeld, sowie deren Verhalten einen entscheidenden und prägenden Einfluss auf die späteren Glaubenssätze eines Kindes.

An dieser Stelle müssen wir eine kleine Exkursion starten: Noch mehr als das Gesagte, schwingt die Energie des Gesagten für Kleinkinder fühlbar durch den Raum. Was damit gemeint ist? Schreien sich Mama und Papa mit Schimpfwörtern an, wird das 1 jährige Kind diese sicherlich noch nicht zuordnen können, aber sehr wohl die Anspannung und negative, womöglich sogar ängstliche und hasserfüllte Energie im Raum spüren.

Das kennen wir selbst heute noch, wenn wir in einen Raum kommen und spüren, dass „dicke Luft“ herrscht. Für Kleinkinder und Kinder ist solch eine Energie noch viel präsenter und spürbarer als für Erwachsene.
Mit zunehmendem Alter verstehen Kinder natürlich auch, was die Eltern sich gegenseitig an den Kopf werfen und die Prägung nimmt nun auch bildlich Form an.

Spricht ein Elternteil nur von dem/der Idiot/in, übernimmt das Kind diesen Glaubenssatz und behält ihn natürlich. Schlimmer noch, wenn diese verbalen Entgleisungen gegen das Kind gehen. Ein Kind, das gesagt bekommt, es ist zu doof um etwas zu tun, was andere Kinder im gleichen Alter schon können, wird auch diese Vorprägung verinnerlichen und als Glaubenssatz abspeichern.

Sobald das Kind die Worte der Eltern verinnerlicht, entscheiden diese Prägungen, welche Glaubenssätze sich dadurch entwickeln und wie das Kind über sich und das Umfeld in der Zukunft denken wird. Wer seit Kindheitstagen bis zum Schulabschluss eingeredet bekommt, aus einem wird doch eh nie was werden, wird auch nichts werden.

Genauso verhält es sich auch mit anderen Lebensbereichen. Wer seit Kindheitstagen gesagt bekommt, alle arbeitslosen Menschen sind nur faule Schmarotzer, der hat mit Sicherheit auch im Erwachsenenalter diese Ansicht. So zieht sich das durch jeden Bereich des Lebens und durch alle Epochen. Genau hierin liegt aber auch das Fatale.

In der heutigen Zeit sehen wir viele Jugendliche zwischen 13-20 Jahren, die den Leistungsdruck der Eltern schon seit Kindheitstagen ausgesetzt sind und mitten in der Blüte der Jugendlichkeit fast schon ausgebrannt und dem Burn-Out nahe sind. Warum das so ist?

Die Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind und definitiv kein verstecktes Talent unentdeckt lassen. Daher wird das Kind nach der Schule zu drei verschiedenen Sportangeboten geschleppt, darf vier Instrumente parallel lernen und am Wochenende ist zum Glück noch Zeit, um auch drei Fremdsprechen zu pauken. Merkst du dabei etwas? Besser gesagt, ist dir in den letzten Zeilen etwas aufgefallen? Vielleicht handelt es sich bei den letzten Zeilen auch nur um einen Glaubenssatz, den der Autor hat. Oder es ist die Wahrheit. Dass, lieber Leser, darfst du selbst entscheiden.

Welche Glaubenssätze habe ich?

Dieser Punkt ist ein wirklich entscheidender. Daher lies die folgenden Zeilen bitte aufmerksam und gerne mehrfach durch. Bei allem was du denkst, tust und sagst, schwingen deine Glaubenssätze, also dein Mindset mit. Wenn dein Handy klingelt und du siehst, Oma ruft an, dann hast du deinen eigenen Glaubenssatz wie das folgende Gespräch verlaufen kann.

Du kannst dir denken „Och nö, also auf die halbe Stunde voller Krankheiten und was Oma´s Nachbarin wieder blödes über sie gesagt hat, hab ich jetzt echt keine Lust!“ und gehst nicht ran. Du kannst aber auch denken „Oh ja, sehr gut. Oma ruft an, sie hat immer ein offenes Ohr für mich und die besten Ratschläge überhaupt. Genau das brauch ich jetzt!“. Was denkst du, wenn Oma anruft. Oder sonst wer? Irgendeine Vorprägung hast du bei nahezu jeder Person die anruft. Das ist ein einfaches Beispiel für einen Glaubenssatz.

Dieser Glaubenssatz ist aber wirklich als Beispiel sehr oberflächlich. Das geht natürlich viel viel tiefer mit deinem Mindset. Du hast womöglich beigebracht bekommen, dass Geld stinkt und schlecht ist. Daher kannst du den Glaubenssatz haben, dass Geld dreckig ist und reiche Menschen immer dreckiges Geld haben. Somit sind alle reichen Menschen dreckig und stinken. Da du sauber sein willst, kannst du gar nicht reich sein.

Klingt anfangs etwas absurd, aber hinterfrage dich selbst mal, was du über Geld denkst. Besser noch, denke nicht darüber nach sondern sag dir intuitiv, was der erste Gedanke ist, wenn du an Geld denkst. Wenn du nämlich auch nur wenige Sekunden darüber nachdenkst, was du darüber denkst, ist es zu spät. Der erste Impuls zählt und ist genau das, was du wirklich darüber denkst. Das zieht sich durch wirklich alle Bereiche.

Was wir damit sagen wollen ist Folgendes: Hinterfrage dich selbst! Beobachte, was du in gewissen Situationen denkst. Dafür musst du achtsam auf dich selbst hören und bewusst wahrnehmen, was in einer Situation durch deinen Kopf geht. Welche Gedanken intuitiv erscheinen. Nicht, was du danach denkst oder was du machst. Gesellschaftlich kann dein Verhalten anders geprägt sein als das, welches du in Kindheitstagen als Vorprägung mit auf den Weg bekommen hast.

Ein Beispiel veranschaulicht dies genauer: Deine Eltern haben in deinen Kindheitstagen immer davon erzählt, dass die Ausländer Deutschland kaputt machen und alle Ausländer Verbrecher sind. Keine 20 Jahre später und schau mal deinen Freundeskreis an. Es ist recht wahrscheinlich, dass du wenig oder keine Ausländer im Freundeskreis hast. Immer wenn du durch die Stadt gehst und jemand, der nicht aussieht wie du, steht vor dir und du hast ein komisches Gefühl in dir, das sagt, etwas sei nicht in Ordnung mit deinem gegenüber. Etwas ist nicht „sauber“ an demjenigen. Na? Woher kommt das wohl?

Wir wissen, dass vorallem das letzte Beispiel sehr überspitzt dargestellt ist und distanzieren uns ausdrücklich gegen jede Form von Diskriminierung aller Art, Rassismus und Xenophobie. Wir sind stolz darauf in einer stark multikulturellen Region aufgewachsen zu sein und somit eine Vielzahl an Einflüssen und Prägungen aus diversen Ländern dieser Erde erleben zu dürfen.

Was ist nun wirklich das Mindset?

Wir möchten dir mit auf den Weg geben, dass du wirklich das Thema der Glaubenssätze achtsam bei dir selbst beobachtest. Nimm bewusst für dich selbst wahr, was du in verschiedensten Situationen und Momenten denkst und wie du dich dabei fühlst.

Das geht wirklich durch alle Lebensbereiche und diese Prägungen, als auch deine Glaubenssätze beeinflussen dich in allem was du tust. Genau diese Fülle an Denkweisen, Haltungen und Anschauungen ist dein gesamtes Mindset.

Was hat mein Mindset mit meinen Zielen zu tun?

Long story short: ALLES!

Naja, die Antwort oben sagt zwar schon alles, aber die Langfassung dazu bekommst du trotzdem. Dein Mindset ist der Schlüssel für alles was du im Leben erreichen willst. Nur wenn du dein Mindset, also deine Glaubenssätze, kennst, kannst du das erreichen was du willst.

Wir arbeiten immer gerne mit Beispielen. Egal ob das in Textform oder in Bildern stattfindet, jede Situation und jeder Schritt ist leichter verständlich, wenn man ein Beispiel hat. Kennst du sicherlich noch aus Mathe mit den 3 Äpfeln + 2 Äpfeln. Wir schweifen ab, nun zurück zum Mindset. Deine Glaubenssätze entscheiden darüber, wer du bist und wie du bist! Willst du erfolgreich in deinem Beruf sein, ist das kein Problem, wenn du weißt, dass du erfolgreich sein wirst. Klingt banal, ist aber der Schlüssel.

Haben deine Eltern dir in Kindheitstagen gesagt und dich natürlich auch spüren lassen, dass du alles erreichen kannst, dann steht dir (fast) nichts im Wege. Im Leben ist es aber nicht immer so.

Daher haben viele, womöglich auch du, in etwa diese Prägung mitbekommen: „Du schaffst das niemals, du bist zu schlecht dafür!“ Oder auch: „Wenn du das und das nicht kannst bist du doch dumm!“. Naja, was sollen wir dazu sagen? Mit einer Prägung von „zu schlecht“ in Kombination mit „dumm“, wird kaum jemand zum erfolgreichen Karriereleiteraufsteiger.

Es tut uns selbst ein wenig leid, so knallhart und ehrlich zu sein, aber es gibt genug Eltern und auch ein Umfeld, das genau so mit Kindern und Jugendlichen umspringt. Womöglich ist das nicht mal ernst oder böse gemeint. Erinnere dich aber an einen der oben stehenden Sätze: Die Eltern sind das Universium in den Augen der Kinder.

Es gilt nun genau diese negativen Glaubenssätze zu identifizieren. Die optimistischen und positiven müssen wir natürlich behalten. Negative Glaubenssätze sind wie Mauern, die wir einreißen müssen. Nur wenn du die Mauern einreißt, wird der Glaubenssatz und somit dein Mindset dich zu deinem Ziel führen.

Was muss ich tun für mein Mindset?

Die Antwort steht sogar schon weiter oben auf der Seite: Mache dir bewusst, welche negativen Glaubenssätze dich von deinen Zielen abhalten! Nimm dir am besten ein Büchlein und ein Stift, diese beiden Dinge solltest du immer dabei haben.

Immer wenn dir etwas an dir und deinen Glaubenssätzen auffällt, schreib es nieder. Zu Beginn ist es erstmal wichtig, Glaubenssätze bewusst wahrzunehmen und zu notieren. Mache das für die nächsten Wochen, ohne auch nur über positiv oder negativ nachzudenken.

Im kommenden zweiten Schritt überprüfst du den Gehalt deiner Glaubenssätze. Erinnere dich an das Beispiel von oben: Geld stinkt und alle reichen Menschen stinken vor dreckigem Geld. Du möchtest im Leben reich sein und dir um Geld keine Sorgen machen müssen? Na mit diesem Glaubenssatz wird das definitiv nicht passieren. Du hast schließlich auch gelernt immer sauber zu sein.

Somit ist das in deinem Mindset gegensätzlich, dein Reichtum und deine Sauberkeit stoßen sich ab. Genau so kann das mit unglaublich vielen Themen sein. Daher ist es wirklich wichtig, dass du dir genau aufschreibst, was du für Glaubenssätze hast. So detailliert wie möglich. Nur dann kannst du anfangen diese Mauern einzureißen und deine Ziele zu erreichen.

Bitte denke immer daran, das alles ist ein Prozess. Daher kurz eine Auflistung der ersten Schritte:

  1. Werde dir deiner Glaubenssätze bewusst durch achtsames Wahrnehmen!
  2. Schreibe dir die Glaubenssätze so detailliert wie möglich auf, egal was es ist!
  3. Überprüfe diese Glaubenssätze und schreibe die Negativen und die Positiven getrennt aus!
  4. Schau dir genau an, was du aktuell erreichen willst und ob einer dieser Glaubenssätze irgendwie damit in Beziehung stehen könnte!
  5. Mach dir bewusst, warum du diese Prägung haben könntest und ob DU diese Erfahrung selbst gemacht hast oder blind durch dein Umfeld aufgenommen hast!

Reiße die Mauern ein!

Jetzt geht es ans Eingemachte! Reiße deine Mauern, also deine negativen Glaubenssätze ein. Das sind nur Blockaden die du überwinden musst, um da hin zu kommen wo du hin willst!

Beachte deine negativen Glaubenssätze vorallem aus dieser Perspektive: Habe ich die Erfahrung gemacht oder nicht?

Hierbei wirst du schnell merken, dass du z.B. nur Flugangst hast, weil dein Umfeld immer wieder von Katastrophen berichtet, aber noch keiner wirklich abgestürzt ist (hoffentlich!). Jetzt reißen wir diese Prägung ein und ersetzen sie durch eine Gewollte.

Also, du denkst beim Besteigen des Flugzeugs an brennende Turbinen, herunterfallende Sauerstoffmasken und Panik? Denk an deine eigene Erfahrung. Hast du diese gemacht? Nein? Warum sollte es denn dann so sein? Denke an DEINE Erfahrung.

Bisher ist immer alles positiv verlaufen? Dann sag dir genau das! „Das Flugzeug bringt mich sicher an mein Ziel!“ „Ich freue mich auf einen entspannten und ruhigen Flug!“ „Ich bin total entspannt und ruhig!“. Um mal ganz Klartext zu sprechen: Rede es dir ein!

Egal wie du dir dabei vorkommst oder welche Meinung jemand dazu haben könnte, rede es dir ein. Je öfter du etwas positiv formulierst sagst, desto schneller und stärker wird genau das Gefühl hierzu auch dasein. Deine Flugangst wird, nach intensiver Übung, womöglich mehr als nur gelindert sein. Mit ganz viel Training wird die Flugangst sogar in etwas Gegenteiliges umgewandelt.

Klingt dir das zu verrückt? Na dann halte dich mal fest und lies was das mit der positiven Formulierung auf sich hat!

Positive Formulierung

Im letzten Abschnitt hast du schon kurz etwas darüber erfahren, jetzt folgt die ausführliche Version davon. Sei hier wirklich aufmerksam, denn das kann und wird dein ganzes Leben beeinflussen!

Alles was du sagst, musst du positiv formulieren! Was meinen wir damit? Ganz einfach. Du redest dir vor dem Flug etwas ein wie „Hoffentlich kommt meine Flugangst nicht und hoffentlich breche ich nicht in Panik aus!“

Jetzt verraten wir dir ein Geheimnis: Unser Gehirn kennt das Wort „nicht“ überhaupt nicht. Jegliche Form von „nicht“ ignoriert unser Gehirn. Was das mit dem oben stehenden Satz zu tun hat? Streich mal die Worte „nicht“ aus diesem einen Satz. Was bleibt übrig?

Recht einfach, nämlich das hier „Hoffentlich kommt meine Flugangst und hoffentlich breche ich in Panik aus!“ Merkst du was? Mit diesem einen Satz, der womöglich seit Wochen in dir herumgeistert, redest du dir regelrecht ein, dass du Flugangst hast und in Panik ausbrechen musst.

Stell dir vor, was kurz vor dem Start im Flugzeug passiert? Richtig, du brichst in Panik aus und die Flugangst hindert dich vielleicht sogar daran, deinen wohlverdienten Urlaub anzutreten. Und genau das wolltest du doch!

Beginne noch heute damit, das Wort „nicht“ aus deinen Gedanken und Sätzen zu streichen. Formuliere die Sätze positiv. Unser Flugangstbeispiel haben wir schon im vorhergehenden Absatz positiv formuliert.

Jetzt bist du an der Reihe! Überprüfe deine Glaubenssätze und deine Gedanken sowie deine Ausdrucksweise. Sprichst du eher in der negativen Form oder in der positiven?

Du kannst uns glauben, das dauert eine Zeit, bis man es bei sich selbst bemerkt und aktiv ändert. Noch länger dauert es, bis die Mauern der negativen Glaubenssätze eingerissen sind.

Es ist die Mühe aber allemal wert und nur dann kannst du deine Ziele erreichen.